SEA Strategie

Aufträge für Handwerker: welche Kanäle 2026 funktionieren

Aufträge für Handwerker 2026: 8 Portale mit Kosten im Vergleich, kostenlose Kanäle und die Matrix, welcher Kanal passt.

Samuel Attia
Samuel AttiaAktualisiert(urspr. veröffentlicht )32 Min. Lesezeit
Aufträge für Handwerker: Handwerksbetrieb plant den Auftragskanal am Tablet auf der Baustelle
Inhaltsverzeichnis
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufträge für Handwerker 2026: Auftragslage und die sechs Kanalgruppen
  3. Handwerkerportale: Typen, Kosten und die 8 wichtigsten Anbieter im Vergleich
  4. Ausschreibungen: privat, gewerblich und öffentlich
  5. Subunternehmer-Aufträge und feste Partnerschaften
  6. Empfehlungsmarketing als geführter Prozess
  7. Lokale Sichtbarkeit: Google Unternehmensprofil und eigene Website
  8. Kostenlos Aufträge für Handwerker finden: welche Kanäle ohne Budget funktionieren
  9. Welcher Kanal passt zu deinem Betrieb? Die Entscheidungsmatrix
  10. Vom Lead zum Auftrag: Reaktionszeit, Angebot, Nachfassen
  11. Raus aus der Portalabhängigkeit: in 5 Schritten zur eigenen Leadquelle
  12. Fünf Fehler bei der Auftragsbeschaffung im Handwerk
  13. Fazit
  14. Häufig gestellte Fragen
  15. Quellen

Aufträge für Handwerker kommen 2026 aus sechs Kanalgruppen: Handwerkerportale, Ausschreibungen, Subunternehmer-Aufträge und feste Partnerschaften, Empfehlungen von Bestandskunden, lokale Sichtbarkeit über Google und die eigene Website sowie kostenlose Verzeichnisse und Netzwerke. Welche Mischung trägt, hängt vom Gewerk, vom Einzugsgebiet und von der Größe des Betriebs ab.

Volle Auftragsbücher sind gerade nicht selbstverständlich. Der Auftragsbestandsindikator des Handwerks ist im 2. Quartal 2026 auf minus 15 Punkte gefallen, nach minus 3 Punkten im Vorjahreszeitraum (Quelle: ZDH-Kurzbericht Konjunktur 2/2026). Wer dann neu nach Aufträgen sucht, landet fast immer zuerst bei einem Portal, weil Portale die Suchergebnisse besetzen.

Dieser Artikel geht alle sechs Kanalgruppen durch, vergleicht acht Auftragsportale in einer Tabelle mit Kostenmodell, Lead-Qualität und Fallstricken und liefert eine Entscheidungsmatrix, die zeigt, welcher Kanal zu welchem Betriebsprofil passt. Dazu kommt der Teil, den die meisten Ratgeber auslassen: was nach dem Lead passiert und wie ein Betrieb Auftragsquellen aufbaut, die ihm selbst gehören.

Das Wichtigste in Kürze

Es gibt keinen einzelnen Kanal, der einen Handwerksbetrieb dauerhaft auslastet. Portale liefern schnell Kontakte und kosten Geld pro Kontakt. Empfehlungen, Partnerschaften und lokale Sichtbarkeit brauchen länger und tragen dafür über Jahre. Der Mix richtet sich nach Betriebsgröße, Gewerk und Einzugsgebiet.

  • Sechs Kanalgruppen decken die Auftragsbeschaffung im Handwerk ab: Portale, Ausschreibungen, Subunternehmer-Aufträge und Partnerschaften, Empfehlungen, lokale Sichtbarkeit mit eigener Website sowie kostenlose Verzeichnisse und Netzwerke.
  • Portale funktionieren, kosten aber pro Kontakt. Bei MyHammer entsteht die Kontaktgebühr laut AGB auch dann, wenn der Betrieb den Zuschlag nicht bekommt, und die Kundenbeziehung bleibt beim Portal.
  • Ausschreibungen und Subunternehmer-Aufträge tragen planbare Auslastung über Wochen, verlangen dafür Nachweise, Kalkulationszeit und formale Sorgfalt bei der Angebotsabgabe.
  • Empfehlungen sind der günstigste Kanal und lassen sich als Prozess führen: fester Zeitpunkt für die Bitte um eine Bewertung, klare Zuständigkeit im Betrieb, regelmäßige Reaktivierung von Bestandskunden.
  • Kostenlose Kanäle gibt es wirklich, sie kosten Zeit: Google Unternehmensprofil, die Vergabeplattformen eVergabe und DTVP, der Bekanntmachungsservice service.bund.de und eine kostenlose Dienstleistungsanzeige pro Monat bei Kleinanzeigen.
  • Welcher Kanal passt, hängt vom Betriebsprofil ab. Ein Neugründer ohne Referenzen braucht andere Quellen als ein B2B-lastiger Betrieb mit acht Monteuren; die Entscheidungsmatrix weiter unten ordnet das nach fünf Profilen.

Aufträge für Handwerker 2026: Auftragslage und die sechs Kanalgruppen

Kurz beantwortet: Die Auftragsbücher im Handwerk reichen im Schnitt noch rund neun Wochen, der Auftragsbestandsindikator liegt aber klar unter dem Vorjahr. Aufträge kommen aus sechs Kanalgruppen, die sich in Geschwindigkeit, Kosten und Haltbarkeit deutlich unterscheiden.

Wie sich die Nachfrage gerade verschiebt

Der Geschäftsklimaindex des Handwerks lag im 2. Quartal 2026 bei 102 Punkten und damit 13 Zähler unter dem Vorjahreswert. Die Auftragsreichweite betrug 8,7 Wochen, die Kapazitätsauslastung 76 Prozent nach einem Rückgang um einen Prozentpunkt (Quelle: ZDH-Kurzbericht Konjunktur 2/2026). Auch der Umsatzindikator liegt mit minus 12 Punkten im negativen Bereich.

Der Wettbewerb um diese Aufträge ist groß: 2025 zählte das Handwerk 1.038.126 Betriebe mit rund 6,237 Millionen Beschäftigten und 783 Milliarden Euro Umsatz (Quelle: ZDH-Kennzahlen 2025). Auf einem Auftragsportal bietest du gegen einen Teil dieser Betriebe, im lokalen Suchergebnis dagegen nur gegen die Betriebe in deinem Einzugsgebiet.

Zwischen den Gewerken läuft die Nachfrage sehr unterschiedlich. Im Heizungs- und Sanitärbereich hängt das Anfrageaufkommen an Förderpolitik und Modernisierungsstau, weshalb sich die Auftragslage dort in kurzen Wellen bewegt. Wer sein Gewerk in einem solchen Markt hat, sollte die Nachfrageentwicklung im eigenen Segment kennen; für den Wärmepumpenmarkt haben wir das in unserem Praxis-Guide zu Wärmepumpen-Leads aufgeschrieben. Zur Einordnung: Die Handwerksordnung unterscheidet 53 zulassungspflichtige Handwerke, 56 zulassungsfreie Handwerke und 57 handwerksähnliche Gewerbe (Quelle: Wikipedia: Handwerk), und jede dieser Gruppen hat ein eigenes Nachfrageprofil.

Die sechs Kanalgruppen im Überblick

Diese sechs Gruppen tauchen im ganzen Artikel unter denselben Bezeichnungen auf:

  1. Portale und Vermittlungsplattformen: MyHammer, CHECK24 Profis, Blauarbeit und vergleichbare Anbieter verkaufen dir den Kontakt zu einem Interessenten, meist als Gebühr pro Kontakt oder als Abo.
  2. Ausschreibungen: private, gewerbliche und öffentliche Auftraggeber schreiben Leistungen aus; die öffentliche Vergabe läuft über Vergabeplattformen und ist für Bieter oft kostenfrei zugänglich.
  3. Subunternehmer-Aufträge und feste Partnerschaften: Generalunternehmer, Bauträger, Hausverwaltungen, Architekten und Versicherer vergeben wiederkehrende Arbeiten an feste Partnerbetriebe.
  4. Empfehlungen und Bestandskunden: Weiterempfehlungen, Bewertungen und reaktivierte Altkunden bringen Anfragen, die den Betrieb bereits kennen und selten über den Preis entscheiden.
  5. Lokale Sichtbarkeit und eigene Website: Google Unternehmensprofil, Kartensuche und eigene Leistungsseiten fangen Kunden ab, die aktiv nach einem Gewerk in ihrer Region suchen.
  6. Kostenlose Verzeichnisse und Netzwerke: Branchenverzeichnisse, Kleinanzeigen-Rubriken, Nachbarschafts- und Facebook-Gruppen sowie Handwerkerkooperationen im Ort kosten Zeit und kein Budget.

Die Reihenfolge ist keine Rangliste. Ein Neugründer ohne Referenzen startet sinnvollerweise bei Gruppe 1 und 6, ein etablierter Betrieb mit 200 Bestandskunden verschenkt Geld, wenn er Gruppe 4 nicht bearbeitet.

Handwerkerportale: Typen, Kosten und die 8 wichtigsten Anbieter im Vergleich

Kurz beantwortet: Handwerkerportale lassen sich in drei Typen einteilen. Auktionsportale stellen deinen Preis in einen offenen Wettbewerb, Vermittlungsportale teilen dir Anfragen nach Gewerk und Region zu, Ausschreibungs- und Direktanbieter liefern formale Auftragsbekanntmachungen. Bezahlt wird fast überall der Kontakt.

Auktionsportale: der Auftrag geht an das günstigste Angebot

Bei einem Auktionsportal beschreibt der Auftraggeber sein Vorhaben, mehrere Betriebe geben Angebote ab, und der Auftraggeber wählt aus. MyHammer beschreibt genau diesen Ablauf in den eigenen AGB: Der Auftraggeber veröffentlicht den Auftrag, Handwerker geben Angebote ab, der Auftraggeber entscheidet (Quelle: MyHammer AGB).

Der Preisdruck ist damit eingebaut. Der Kunde sieht mehrere Angebote nebeneinander und vergleicht in erster Linie die Summe. Dieselbe Anfrage geht an mehrere Betriebe, sodass du gegen Wettbewerber bietest, deren Kalkulation du nicht kennst. Wie sich das auf die Marge auswirkt und wann sich ein gekaufter Kontakt überhaupt rechnet, gehört in eine eigene Rechnung; wir haben dazu Alternativen zu Lead-Portalen gesammelt.

Für welchen Betrieb taugt der Typ? Für Betriebe mit kurzfristigen Lücken im Kalender, mit standardisierbaren Leistungen und mit einer Kalkulation, die den Deckungsbeitrag pro Auftrag kennt. Wer seine Stundensätze nicht sauber gerechnet hat, verliert hier planbar Geld.

Vermittlungsportale: Leads werden nach Gewerk und Region zugeteilt

Vermittlungsportale sammeln Anfragen zentral ein und spielen sie passenden Betrieben zu. CHECK24 Profis beschreibt einen dreistufigen Ablauf: kostenfreie Registrierung mit Profil, danach geprüfte Kundenanfragen mit detaillierter Projektbeschreibung, anschließend Chat und Abwicklung über die Plattform (Quelle: CHECK24 Profis).

Der entscheidende Satz für die Kostenfrage steht in den MyHammer-AGB. Dort heißt es zur Kontaktgebühr wörtlich: „Für das Entstehen der Kontaktgebühr ist es nicht erforderlich, dass der Auftragnehmer den Zuschlag durch den Auftraggeber erhält.“ Bezahlt wird also der Kontakt und nicht der Auftrag. CHECK24 Profis formuliert es auf der eigenen Seite ähnlich: keine Anmeldegebühr, aber „bei einzelnen Dienstleistungen fallen Gebühren für die Vermittlung von Kundenkontakten an“. Kostenfrei ist der Zugang, nicht der Kontakt.

Für welchen Betrieb taugt der Typ? Für Betriebe mit klar umrissenem Leistungskatalog und schneller Reaktionsfähigkeit. Wer erst am Abend ans Telefon geht, zahlt für Kontakte, die tagsüber längst vergeben wurden.

Direktanbieter und Ausschreibungsportale

Die dritte Gruppe verkauft keine Einzelkontakte, sondern Zugang zu Auftragsbekanntmachungen. ibau listet auf seiner Handwerksseite mehr als 20.000 Ausschreibungen und Aufträge für den Bereich Handwerk allgemein und deckt dabei öffentliche Aufträge ebenso ab wie private und gewerbliche Bauprojekte (Quelle: ibau: Ausschreibungen für Handwerker). Gesucht wird nach Gewerk, Ort oder Projektbeschreibung, gefiltert nach Frist, Entfernung und Auftragsart.

Auf der B2B-Seite steht Auftragsbank.de, nach eigener Beschreibung ein „überregionaler B2B-Marktplatz für die einfache Vergabe und Suche von Aufträgen, Subunternehmen“ (Quelle: Auftragsbank.de). Der Anbieter gibt monatlich über 1.000 neue Anzeigen aus Handwerk, Industrie und Dienstleistung an.

Für welchen Betrieb taugt der Typ? Für Betriebe ab etwa fünf bis zehn Mitarbeitern, die Kapazität für Angebotskalkulation haben und mit Leistungsverzeichnissen umgehen können. Für den Zweimannbetrieb ist der Aufwand pro Angebot meist zu hoch.

Die 8 wichtigsten Portale im Vergleich

Die Tabelle bewertet jeden Anbieter, damit du nicht acht Anmeldungen ausprobieren musst. Kostenangaben sind Stände vom 05.10.2026 und stammen aus den Angaben der Anbieter selbst. Wo ein Anbieter keine öffentlich prüfbare Angabe macht, steht das ausdrücklich in der Tabelle.

PortalTypGewerkeKostenmodell (Stand 05.10.2026)Lead-QualitätGeeignet fürTypische Fallstricke
MyHammerAuktions- und Vermittlungsportalalle B2C-Gewerke, Schwerpunkt Renovierung und AusbauKontaktgebühr je bestätigtem Kontakt, Höhe wird vor der Kontaktherstellung angezeigt; optional Monatsabo mit Guthaben, das monatlich verfälltgemischt, überwiegend Privatkunden mit PreisvergleichBetriebe, die kurzfristige Lücken füllen und ihren Deckungsbeitrag kennenDie Kontaktgebühr entsteht laut AGB auch ohne Zuschlag; ungenutztes Abo-Guthaben verfällt
CHECK24 ProfisVermittlungsportalHandwerk und haushaltsnahe DienstleistungenRegistrierung ohne Anmeldegebühr; bei einzelnen Dienstleistungen Gebühren für vermittelte Kundenkontakte, Höhe nicht öffentlich genanntlaut Anbieter geprüfte Anfragen mit ProjektbeschreibungBetriebe mit Standardleistungen und schneller RückmeldungPreis pro Kontakt wird erst im eingeloggten Bereich sichtbar
BlauarbeitVermittlungsportal (Selbstauskunft)Handwerk und Dienstleistung, B2Ckeine öffentlich prüfbare Angabe; Abruf am 30.08.2026 durch Bot-Schutz nicht möglichnicht unabhängig belegbarvor der Anmeldung Konditionen schriftlich erfragenKonditionen ließen sich für diesen Artikel nicht aus einer Primärquelle prüfen
KleinanzeigenAnzeigenmarkt mit Direktkontaktalle Gewerke, überwiegend kleine Reparatur- und Montageaufträgeeine kostenlose Dienstleistungsanzeige pro Monat mit 30 Tagen Laufzeit, jede weitere 3,99 bis 8,99 Euro inkl. USt.; PRO-Pakete ab 39 Euro pro Monatsehr gemischt, hoher Anteil reiner PreisanfragenEinstieg ohne Budget, Auslastung mit KleinaufträgenPreisdruck und Aufwand für die Vorqualifizierung der Anfragen
Handwerk ConnectedVermittlungs- und Netzwerkplattformnach Anbieterangabe Handwerk allgemeinkeine öffentlich prüfbare Angabe recherchierbarnicht belegbarnur nach eigener Prüfung der KonditionenOhne belastbare Primärquelle lassen sich Kosten und Funktionsumfang hier nicht bewerten
AuftragsbankB2B-Marktplatz für SubunternehmerleistungenBau- und Ausbaugewerke, Industrie, DienstleistungRegistrierung kostenlos, Auftrag vergeben oder freie Kapazität melden ohne Gebühr; kostenpflichtig sind Premium-Aufträge und Premium-GesucheB2B, laut Anbieter über 1.000 neue Anzeigen pro MonatBetriebe mit freien Kapazitäten, die Grundauslastung suchenAbhängigkeit vom Generalunternehmer und Zahlungsrisiko bei dessen Bonität
ibauAusschreibungsdienst im AboBau, Ausbau, technische Gebäudeausrüstungkein Listenpreis; Kosten hängen laut Anbieter unter anderem vom abgedeckten Gebiet ab und werden erst nach einer kostenlosen Präsentation genannthoch, geprüfte Bauprojekte und Bekanntmachungen, über eine Million Auftragsinformationen in der DatenbankBetriebe mit eigener Kalkulationskapazität, meist ab zehn Mitarbeiternlaufende Abokosten unabhängig vom Auftragserfolg, hoher Kalkulationsaufwand
eVergabeVergabeplattform für öffentliche und gewerbliche Ausschreibungenalle Bau- und HandwerksgewerkeRegistrierung und Ausschreibungssuche für Bieter kostenfrei, Vergabeunterlagen ohne Gebührhoch, formale Ausschreibungen mit klarem LeistungsverzeichnisBetriebe mit vollständigen Nachweisen und Erfahrung in der AngebotsformalieFormfehler führen zum Ausschluss, lange Vorlaufzeiten bis zur Zuschlagserteilung

Was ein Portal-Lead kostet und wem der Kunde am Ende gehört

Die Kostenspalte zeigt ein Muster: Bezahlt wird der Zugang zum Kontakt, und zwar unabhängig davon, ob daraus ein Auftrag wird. Die MyHammer-AGB sagen das direkt, und die Abo-Variante verschärft es, weil ungenutztes Guthaben monatlich verfällt. Bei CHECK24 Profis erfährst du die Höhe der Vermittlungsgebühr erst im eingeloggten Bereich, was einen Vorabvergleich der Kanäle erschwert.

Aus unserer Sicht ist das der eigentliche Punkt an Portalen, und er hat wenig mit dem Preis pro Kontakt zu tun: Ein Portal ist ein Mietmodell. Der Betrieb zahlt dauerhaft für Zugang zu Nachfrage, die das Portal besitzt, und die Kundenbeziehung liegt beim Portal. Wer nach drei Jahren aufhört zu zahlen, hat keinen Bestand aufgebaut, auf den er zurückgreifen kann. Das ist unsere Einschätzung aus der Arbeit mit Handwerksbetrieben und keine Aussage, die sich aus einer Statistik ableiten lässt. Die Rechnung, ab welchem Kontaktpreis und welcher Abschlussquote sich ein Portal trägt, gehört in einen eigenen Vergleich; für den Ausstieg aus der reinen Portalnutzung findest du bei uns warum sich viele Handwerksbetriebe von Lead-Portalen lösen.

Laptop auf der Werkbank zwischen Tischlerwerkzeug: Handwerksbetrieb vergleicht Auftragsportale
Laptop auf der Werkbank zwischen Tischlerwerkzeug: Handwerksbetrieb vergleicht Auftragsportale

Ausschreibungen: privat, gewerblich und öffentlich

Kurz beantwortet: Eine Ausschreibung ist die Aufforderung, ein Angebot für eine beschriebene Leistung abzugeben. Private und gewerbliche Auftraggeber sind dabei frei in der Form, öffentliche Auftraggeber sind an das Vergaberecht gebunden und veröffentlichen ihre Aufträge auf Vergabeplattformen.

Private und gewerbliche Ausschreibungen

Formal ist eine Ausschreibung laut Wikipedia „die öffentliche oder eingeschränkte, schriftliche Aufforderung, Angebote für die in der Ausschreibung genannten Lieferungen oder Leistungen abzugeben“. Im privaten Bereich sind Auftraggeber nicht an die formalen Vorgaben des Vergaberechts gebunden und nutzen freiere Formate, etwa eine einfache Anfrage nach Preisen oder eine ausführliche Leistungsbeschreibung.

Praktisch heißt das: Private Anfragen kommen unstrukturiert, oft über ein Portal oder direkt per E-Mail, und die Leistungsbeschreibung ist lückenhaft. Gewerbliche Anfragen von Bauträgern, Industriebetrieben oder Hausverwaltungen sind meist präziser und wiederkehrend. Woran du eine unseriöse Anfrage erkennst: keine erreichbare Telefonnummer, Druck auf sofortige Preisnennung ohne Ortstermin, Zahlungsangebote per Vorkasse an Dritte und eine Objektadresse, die sich nicht überprüfen lässt. Bei solchen Anfragen ist ein Vor-Ort-Termin vor der Angebotsabgabe die einfachste Absicherung.

Öffentliche Vergabe: der Einstieg über die Vergabeportale

Der interessantere Teil ist die öffentliche Hand. Das Vergaberecht teilt sich in Ober- und Unterschwellenbereich, und rund 90 Prozent aller Auftragsvergaben liegen im Unterschwellenbereich, der nach nationalen Regeln mit vereinfachten Verfahren läuft (Quelle: Wikipedia: Vergaberecht). Genau dort landen die meisten Handwerksaufträge. Oberhalb der EU-Schwellenwerte gelten fünf Verfahrensarten nach Paragraf 119 GWB. Zu den Grundsätzen des Vergaberechts gehört ausdrücklich die Förderung mittelständischer Interessen, was auch kleinen Betrieben eine Chance auf den Zuschlag gibt.

Drei Einstiege sind für Handwerksbetriebe relevant:

  • service.bund.de: der Bekanntmachungsservice des Bundes bündelt Ausschreibungen von Bund, Ländern, Kommunen und Zuwendungsempfängern. Die Bekanntmachungen kommen direkt von den Vergabestellen oder „per vollautomatisiertem Import von 70 kooperierenden Vergabeplattformen“, du musst also nicht 70 Portale einzeln beobachten. Per Newsletter und RSS-Feed lassen sich neue Bekanntmachungen abonnieren.
  • eVergabe.de: Registrierung und Ausschreibungssuche sind für Bieter kostenfrei, die Vergabeunterlagen ebenfalls. Gefiltert wird nach Region und Branche.
  • Deutsches Vergabeportal (DTVP): betrieben von der DTVP Deutsches Vergabeportal GmbH mit Bundesanzeiger Verlag und cosinex im Hintergrund. Für Bieter wirbt DTVP mit „Kostenfrei Aufträge finden“, passende Ausschreibungen lassen sich per Mail abonnieren. Das Bieterverzeichnis umfasst nach eigenen Angaben 1,8 Millionen Profile.

Was ein Betrieb dafür braucht: eine vollständige Registrierung mit Handwerksrolleneintrag, Gewerbeanmeldung und Umsatzsteuer-ID, aktuelle Unbedenklichkeitsbescheinigungen von Finanzamt, Krankenkasse und Berufsgenossenschaft, einen Nachweis der Betriebshaftpflicht sowie Referenzen vergleichbarer Leistungen. Bei größeren Bauaufträgen kommt eine Präqualifikation dazu, die diese Nachweise dauerhaft hinterlegt und den Aufwand je Angebot senkt.

Ehrlich gerechnet lohnt sich der Einstieg ab etwa fünf Mitarbeitern, weil ein Angebot auf eine öffentliche Ausschreibung mehrere Stunden Kalkulation bindet und Formfehler zum Ausschluss führen. Für Ein- bis Zweimannbetriebe ist der Aufwand pro Angebot in der Regel zu hoch; sinnvoller ist dort der Weg über einen Generalunternehmer, der die Ausschreibung gewinnt und Gewerke weitervergibt.

Subunternehmer-Aufträge und feste Partnerschaften

Kurz beantwortet: Subunternehmer-Aufträge und feste Partnerschaften mit Bauträgern, Hausverwaltungen, Architekten oder Versicherern liefern wiederkehrende Auslastung ohne Akquisekosten pro Auftrag. Der Preis dafür ist eine geringere Marge und die Abhängigkeit von wenigen Auftraggebern.

Subunternehmer-Aufträge: wo sie zu finden sind und wann sie sich rechnen

Ein Subunternehmen erbringt aufgrund eines Werk- oder Dienstvertrags im Auftrag eines Hauptunternehmens die ganze oder einen Teil der geschuldeten Leistung und bleibt dabei rechtlich selbstständig (Quelle: Wikipedia: Subunternehmer). Rechtlich ist der Subunternehmer Erfüllungsgehilfe nach Paragraf 278 BGB, im Baurecht regelt Paragraf 4 Abs. 8 VOB/B den Einsatz von Nachunternehmern.

Gefunden werden solche Aufträge auf drei Wegen. Erstens über B2B-Marktplätze wie Auftragsbank.de, wo Betriebe entweder einen Auftrag vergeben oder freie Kapazitäten melden. Zweitens über direkte Ansprache von Generalunternehmern und größeren Betrieben im eigenen Umkreis, meist über den Bauleiter und nicht über die zentrale Adresse. Drittens über Ausschreibungsdienste wie ibau, wo sich der Gewinner einer Ausschreibung identifizieren und als möglicher Auftraggeber ansprechen lässt.

Die Margenlage ist nüchtern: Als Subunternehmer arbeitest du zu einem Preis, den der Hauptunternehmer kalkuliert hat, und deine Marge liegt unter der eines Direktauftrags. Dafür entfallen Akquise, Kundengespräch, Angebotsnachverfolgung und Zahlungsverfolgung beim Endkunden. Ein Risiko gehört auf den Tisch: Das Hauptunternehmen haftet gegenüber dem Auftraggeber für Leistungsstörungen des Nachunternehmens, also auch dann, wenn du ausfällst (Quelle: Wikipedia: Subunternehmer). Wenn du dauerhaft nur für einen Auftraggeber tätig bist, weisungsgebunden arbeitest und dessen Material und Fahrzeuge nutzt, rückt außerdem die Frage der Scheinselbstständigkeit in den Blick; das ist ein Fall für die Handwerkskammer oder den Steuerberater und nicht für eine Faustregel.

Die praktische Empfehlung: Subunternehmer-Aufträge taugen als Grundauslastung für 30 bis 50 Prozent der Kapazität. Als einziges Standbein sind sie riskant, weil der Verlust eines Auftraggebers sofort den halben Umsatz kostet.

Partnerschaften mit Bauträgern, Hausverwaltungen, Architekten und Versicherern

Feste Partnerschaften sind der unterschätzte Zwilling der Subunternehmer-Aufträge. Der Unterschied liegt in der Wiederholung: Ein Bauträger vergibt ein Projekt, eine Hausverwaltung vergibt jede Woche Kleinaufträge über Jahre.

Welche Partnertypen zu welchem Gewerk passen:

  • Hausverwaltungen: ideal für Sanitär, Heizung, Elektro und Schlüsseldienst. Es geht um Störungsbeseitigung, Wartung und kleine Instandsetzungen in einem festen Objektbestand.
  • Versicherer und Sanierungsdienstleister: ideal für Trocknung, Maler-, Boden- und Trockenbauarbeiten. Wasserschäden werden über Rahmenpartner abgewickelt, die schnell vor Ort sind und formal sauber abrechnen.
  • Architekten und Planungsbüros: ideal für Ausbaugewerke, Tischlerei und technische Gebäudeausrüstung. Der Zugang läuft über ein Projekt, in dem du sauber lieferst, und wiederholt sich dann über die Projektliste des Büros.
  • Bauträger und Generalunternehmer: ideal für Rohbau, Dach, Fenster und Haustechnik, immer dann, wenn dein Betrieb ein ganzes Gewerk über mehrere Einheiten abdecken kann.
  • Immobilienmakler und Bestandshalter: ideal für kleine Renovierungspakete zwischen zwei Mietverhältnissen, meist mit engem Zeitfenster.

Die Erstansprache ist kurz und konkret: Anruf oder Mail an die technische Leitung, ein Satz zum Gewerk und zum Einzugsgebiet, ein Satz zur freien Kapazität mit Zeitraum, ein Satz zur Erreichbarkeit im Störungsfall. Erwartet werden danach drei Referenzen mit Objektart und Ansprechpartner, der Nachweis der Betriebshaftpflicht mit Deckungssumme, der Handwerksrolleneintrag und eine Angabe, in welcher Zeit dein Betrieb auf eine Störungsmeldung reagiert.

Entscheidend ist danach die Terminzusage. Hausverwaltungen und Versicherer wechseln den Partnerbetrieb selten wegen des Preises und fast immer wegen unzuverlässiger Termine, weil jeder verpasste Termin bei ihnen einen Anruf des Mieters oder Versicherungsnehmers auslöst. Ein Betrieb, der zwei Wochen Vorlauf ehrlich ansagt und ihn hält, bekommt mehr Folgeaufträge als einer, der jeden Termin zusagt und die Hälfte verschiebt.

Empfehlungsmarketing als geführter Prozess

Kurz beantwortet: Empfehlungen entstehen zuverlässiger, wenn im Betrieb festgelegt ist, wer wann nach einer Bewertung fragt, wie Bestandskunden reaktiviert werden und welche Anreize rechtlich erlaubt sind. Ohne diese drei Festlegungen bleibt Empfehlungsmarketing Zufall.

Empfehlungsmarketing läuft über Mundpropaganda, Bewertungen und Referenzen von Kunden. Der Glaubwürdigkeitsvorteil entsteht laut Wikipedia dadurch, dass „Aussagen von Kunden eines Anbieters bei neuen potenziellen Kunden als glaubwürdiger gelten als Aussagen des Anbieters selbst“. Der Unterschied zwischen Zufall und Prozess ist dort ebenfalls beschrieben: Passives Empfehlungsmarketing bittet allgemein um Weiterempfehlung, aktives Empfehlungsmarketing fragt konkret, wer sich über ein Angebot freuen würde.

Bewertungen systematisch einsammeln

Der richtige Zeitpunkt ist die Abnahme. Der Kunde steht vor dem fertigen Bad, dem neuen Dach oder der laufenden Heizung, und das Ergebnis ist sichtbar. Zwei Wochen später ist der Eindruck verblasst und die Antwortquote fällt.

Drei Festlegungen machen daraus einen Ablauf:

  • Wer fragt: der Monteur oder Meister, der die Abnahme macht, weil er die Person kennt. Die Büroanfrage per Mail wirkt anonym und wird häufiger übergangen.
  • Über welchen Weg: eine Karte mit QR-Code direkt zum Bewertungsformular, die bei der Abnahme übergeben wird, plus eine kurze Nachricht am Tag der Rechnungsstellung mit demselben Link. Zwei Kontaktpunkte reichen.
  • Wie formuliert: die Bitte beschreibt den Vorgang und nicht das gewünschte Ergebnis. „Wenn du zwei Minuten hast, schreib gern kurz, wie die Zusammenarbeit gelaufen ist“ lenkt nicht. Eine Bitte um eine gute oder fünf Sterne starke Bewertung lenkt und ist zu vermeiden.

Auf Bewertungen zu antworten ist keine Kür. Google schreibt dazu in der eigenen Hilfe: „When you reply to customer reviews, it shows that you value their feedback. Positive reviews and helpful replies can help your business stand out.“ (Quelle: Google-Hilfe: Lokale Rangfolge verbessern). Eine Antwort innerhalb weniger Tage, auch auf Kritik, gehört damit in den Ablauf.

Bestandskunden reaktivieren

Der zweitgünstigste Kanal liegt im eigenen Rechnungsprogramm. Jeder Kunde der letzten fünf Jahre ist ein Kontakt, der den Betrieb kennt und dessen Objekt du kennst. Reaktivierung braucht einen Anlass und ein Intervall:

  • Wartungsanlässe: Heizungswartung im Spätsommer, Dachkontrolle nach dem Winter, Prüfung ortsveränderlicher Geräte im Gewerbeobjekt. Der Anlass ergibt sich aus dem, was du verbaut hast.
  • Nachfassanlässe: Ein Kunde, der vor drei Jahren das Bad gemacht hat, ist heute ein Kandidat für Heizung oder Fenster. Die Liste dafür entsteht aus den Rechnungspositionen.
  • Intervall: zwei Kontakte pro Jahr und Kunde sind genug. Mehr wirkt wie Werbung und schwächt die Reaktion.

Praktisch heißt das: Einmal im Quartal einen halben Bürotag blocken, die Liste nach Anlass filtern und 30 bis 50 Kunden persönlich anschreiben oder anrufen. Das ist keine Kampagne, sondern eine wiederkehrende Aufgabe im Kalender.

Empfehlungsanreize und was rechtlich zulässig ist

Hier wird häufig zu grob vereinfacht. Anreize für Kundenbewertungen sind rechtlich umstritten; Gutscheine oder Rabatte für Bewertungen solltest du vermeiden. Verboten ist die Fälschung und die falsche Darstellung. Nr. 23c des Anhangs zu Paragraf 3 Abs. 3 UWG untersagt die Übermittlung oder Beauftragung gefälschter Bewertungen sowie die falsche Darstellung von Bewertungen, Nr. 23b untersagt die Behauptung, Bewertungen stammten von echten Kunden, „ohne dass angemessene und verhältnismäßige Maßnahmen zur Überprüfung ergriffen wurden“ (Quelle: Wettbewerbszentrale: UWG-Novelle 2022).

Dazu kommt eine Informationspflicht: Seit dem 28. Mai 2022 müssen Unternehmer nach Paragraf 5b Abs. 3 UWG offenlegen, „ob und wie der Unternehmer sicherstellt, dass die veröffentlichten Bewertungen von solchen Verbrauchern stammen, die die Waren oder Dienstleistungen tatsächlich genutzt oder erworben haben“ (Quelle: Wettbewerbszentrale: UWG-Novelle 2022). Wer Bewertungen auf der eigenen Website selbst einbindet, sollte erklären, ob und wie er ihre Echtheit prüft.

Praktisch bedeutet das: Eine Empfehlungsprämie für Bestandskunden, die einen neuen Kunden vermitteln, ist ein anderer Vorgang als ein Anreiz für eine Bewertung und im Kundenkreis üblich. Wenn du eine Bewertung anreizt, darf der Anreiz nicht an eine positive Bewertung geknüpft sein, und das absichtliche Unterdrücken negativer Bewertungen ist unzulässig. Bei Bewertungsplattformen gelten zusätzlich deren eigene Regeln, die enger sein können als das Gesetz. Für die konkrete Ausgestaltung lohnt eine kurze rechtliche Prüfung, bevor eine Prämie im Betrieb eingeführt wird.

Lokale Sichtbarkeit: Google Unternehmensprofil und eigene Website

Kurz beantwortet: Wer nach einem Handwerker sucht, sucht lokal. Das Google Unternehmensprofil entscheidet, ob dein Betrieb in der Kartensuche auftaucht, die eigene Website entscheidet, ob aus dem Klick eine Anfrage wird. Beide Kanäle bringen Aufträge für Handwerker ohne Kosten pro Kontakt.

Google Unternehmensprofil richtig aufsetzen

Google nennt drei Faktoren für die lokale Rangfolge: Relevanz („Relevance is how well a Business Profile matches what someone is searching for“), Entfernung („Distance refers to how far each business is from the customer who's searching“) und Bekanntheit („Prominence means how well-known a business is“). Vollständige Angaben zahlen darauf direkt ein: „Businesses with complete and accurate info are more likely to show up in local search results.“ (Quelle: Google-Hilfe: Lokale Rangfolge).

Was das für einen Handwerksbetrieb konkret bedeutet:

  • Verifizierung durchführen: Google schreibt dazu, die Bestätigung zeige, „that you're authorized to represent the business, so it's more likely to show up in search results“ (Quelle: Google-Hilfe: Lokale Rangfolge).
  • Kategorien sparsam wählen: Google rät ausdrücklich, „the fewest number of categories it takes to describe your overall core business“ zu verwenden. Eine Hauptkategorie plus so wenige Nebenkategorien wie nötig reichen (Quelle: Google-Hilfe: Richtlinien).
  • Einsatzgebiet sauber angeben: Ein Profil darf anlegen, wer einen für Kunden zugänglichen Standort hat oder Kunden vor Ort aufsucht, der Regelfall für Betriebe ohne Ladengeschäft. Adresse beziehungsweise Einsatzgebiet müssen präzise sein.
  • Leistungen einzeln pflegen: Jedes Gewerk als eigener Leistungseintrag mit kurzer Beschreibung, weil Google diese Einträge für die Relevanzbewertung heranzieht (Quelle: Google-Hilfe: Lokale Rangfolge).
  • Fotos und Öffnungszeiten aktuell halten: Google empfiehlt vollständige Öffnungszeiten inklusive Sonderzeiten (Quelle: Google-Hilfe: Richtlinien). Echte Baustellenfotos wirken hier besser als Bilddatenbanken.
  • Bewertungen beantworten: siehe den Abschnitt zu Empfehlungen weiter oben; die Antwort ist eine offizielle Google-Empfehlung.

Die eigene Website als Leadquelle, die dir gehört

Eine eigene Website hat einen Vorzug, den kein Portal bietet: Der Kontakt landet direkt bei dir, ohne Gebühr pro Anfrage, und die Adresse gehört dem Betrieb. Aus unserer Sicht ist das der wichtigste Unterschied zum Mietmodell Portal, auch wenn er sich nicht mit einer Statistik belegen lässt.

Die Grundlagen sind überschaubar: eine eigene Seite je Gewerk und je Hauptort im Einzugsgebiet, Telefonnummer und Kontaktformular auf jeder Seite erreichbar, echte Referenzbilder und eine Ladezeit, die auf dem Handy im Baustellennetz erträglich bleibt. Google formuliert als Grundregel: „Deine Inhalte sollten für deine Leser hilfreich und zuverlässig sein“ (Quelle: Google Search Central: SEO-Leitfaden). Zur Geduld gehört ein zweites Zitat aus derselben Quelle: „Es kann einige Zeit dauern, bis jede von dir vorgenommene Änderung bei Google berücksichtigt wird.“ Wer heute Seiten anlegt, hat nicht nächste Woche Anfragen daraus.

Wie du die Seiten aufbaust, welche Suchbegriffe je Gewerk tragen und wie du Ortsseiten anlegst, ohne Dubletten zu produzieren, steht in unserem Guide zu SEO für Handwerksbetriebe.

Bezahlte Werbung als Beschleuniger

Bezahlte Anzeigen liefern Anfragen ab dem ersten Tag und hören auf, sobald das Budget endet. Sie ersetzen keinen der organischen Kanäle und eignen sich, um eine Auslastungslücke schnell zu schließen oder ein neues Gewerk zu testen. Fahrzeugbeschriftung, lokales Sponsoring und Google Ads gehören in diese Gruppe. Für SHK-Betriebe haben wir aufgeschrieben, wie SHK-Betriebe über Meta Ads neue Anfragen gewinnen.

Google-Suche auf dem Smartphone: über lokale Sichtbarkeit finden Kunden Handwerksbetriebe in ihrer Nähe
Google-Suche auf dem Smartphone: über lokale Sichtbarkeit finden Kunden Handwerksbetriebe in ihrer Nähe

Kostenlos Aufträge für Handwerker finden: welche Kanäle ohne Budget funktionieren

Kurz beantwortet: Kostenlos Aufträge finden Handwerker über das Google Unternehmensprofil, die Vergabeplattformen eVergabe und DTVP, den Bekanntmachungsservice service.bund.de, die Basisnutzung von Auftragsbank, eine kostenlose Dienstleistungsanzeige pro Monat bei Kleinanzeigen, kostenfreie Branchenverzeichnisse, lokale Nachbarschaftsgruppen und den direkten Kontakt zu Hausverwaltungen.

Diese acht Kanäle sind ohne Grundgebühr nutzbar:

  1. Google Unternehmensprofil: das Anlegen und Pflegen kostet nichts, und der Eintrag entscheidet über die Sichtbarkeit in der Kartensuche (Quelle: Google-Hilfe: Lokale Rangfolge). Aufwand: einmalig ein bis zwei Stunden, danach monatlich 15 Minuten für Fotos und Bewertungsantworten.
  2. eVergabe.de: Registrierung und Ausschreibungssuche sind für Bieter kostenfrei, die Vergabeunterlagen stehen ohne Gebühr zur Verfügung.
  3. Deutsches Vergabeportal: wirbt für Bieter mit „Kostenfrei Aufträge finden“ und bietet eine Benachrichtigung per Mail für passende Ausschreibungen.
  4. service.bund.de: der Bekanntmachungsservice des Bundes bündelt Bekanntmachungen von 70 kooperierenden Vergabeplattformen.
  5. Auftragsbank.de: Registrierung kostenlos, ein Auftrag lässt sich vergeben und eine freie Kapazität melden, ohne dass Gebühren anfallen. Kostenpflichtig sind nur Premium-Aufträge und Premium-Gesuche.
  6. Kleinanzeigen: gewerbliche Anbieter bekommen in der Rubrik Dienstleistungen eine kostenlose Anzeige pro Monat mit 30 Tagen Laufzeit. Die Plattform wirbt für gewerbliche Anbieter mit „Über 32 Mio. potenzielle Neukunden“ (Quelle: Kleinanzeigen: Gewerblich handeln).
  7. Lokale Facebook- und Nachbarschaftsgruppen: in vielen Orten laufen Suchanfragen nach Handwerkern zuerst dort. Sinnvoll ist ein echtes Profil mit Namen und Betrieb, das auf konkrete Suchanfragen antwortet.
  8. Handwerkerkooperationen und Hausverwaltungen im Ort: ein Elektriker, der mit einem Maler und einem Trockenbauer zusammenarbeitet, bekommt Anfragen weitergereicht, die er allein nie gesehen hätte. Der Kontakt zu einer Hausverwaltung kostet einen Anruf.

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens: kostenlos heißt Zeit gegen Geld. Ein gepflegtes Google-Profil, eine wöchentliche Kleinanzeige und ein Blick in die Vergabeplattformen kosten zusammen leicht zwei bis drei Stunden pro Woche, und diese Zeit fehlt auf der Baustelle. Zweitens: Bei Kleinanzeigen und Auftragsbank gilt „ohne Grundgebühr“ nur eingeschränkt. Bei Kleinanzeigen ist genau eine Dienstleistungsanzeige pro Monat kostenlos, jede weitere kostet 3,99 bis 8,99 Euro inklusive Umsatzsteuer, und PRO-Pakete starten laut Anbieter bei 39 Euro im Monat. Portale mit kostenfreier Registrierung und Gebühr pro Kontakt, also MyHammer und CHECK24 Profis, sind bezahlte Kanäle mit kostenlosem Zugang.

Welcher Kanal passt zu deinem Betrieb? Die Entscheidungsmatrix

Kurz beantwortet: Neugründer starten über Portale, Kleinanzeigen und das Google-Profil, weil sie schnell Referenzen brauchen. Etablierte B2C-Betriebe leben von Empfehlungen und lokaler Sichtbarkeit. B2B-lastige Betriebe fahren Partnerschaften und Ausschreibungen. Spezialisten gewinnen über die eigene Website, weil ihre Kunden nach genau dieser Leistung suchen.

KanalgruppeNeugründer ohne ReferenzenEtablierter B2C-BetriebB2B-lastiger BetriebBetrieb im ländlichen RaumSpezialisiertes Gewerk
Portale und VermittlungsplattformenEinstieg: schnelle erste Aufträge und Bewertungennachrangig: nur zum Füllen von Kalenderlückenkaum geeignet: Anfragen sind überwiegend privateingeschränkt: geringes Anfragevolumen im Umkreisnachrangig: Spezialleistungen sind selten ausgeschrieben
Ausschreibungenkaum geeignet: Nachweise und Referenzen fehlen nochlohnt sich: kommunale Kleinaufträge im Unterschwellenbereichlohnt sich: planbare Auslastung über Wochenlohnt sich: Kommunen vergeben regionallohnt sich: Fachlose werden einzeln ausgeschrieben
Subunternehmer-Aufträge und Partnerschaftenlohnt sich: Auslastung ohne eigene Akquiselohnt sich: Grundlast neben dem EndkundengeschäftKernkanal: wiederkehrende Aufträge aus festen BeziehungenKernkanal: wenige große Auftraggeber tragen die Regionlohnt sich: Generalunternehmer suchen genau dein Gewerk
Empfehlungen und Bestandskundenspäter: erst nach den ersten 20 abgeschlossenen AufträgenKernkanal: günstigste Anfragen mit der höchsten Abschlussquotelohnt sich: Referenzen entscheiden über neue RahmenpartnerKernkanal: im Ort spricht sich Qualität schnell herumKernkanal: Fachkunden fragen andere Fachkunden
Lokale Sichtbarkeit und eigene Websitelohnt sich: Google-Profil sofort, Website parallel aufbauenKernkanal: Kartensuche und Leistungsseiten je Ortnachrangig: B2B-Kunden kommen über Kontaktelohnt sich: wenig lokaler Wettbewerb im SuchergebnisKernkanal: überregionale Suche nach der Spezialleistung
Kostenlose Verzeichnisse und NetzwerkeEinstieg: kostet Zeit und kein Budgetnachrangig: Pflegeaufwand ohne großen Ertragnachrangig: Branchennetzwerke wirken besser als Verzeichnisselohnt sich: Nachbarschaftsgruppen sind im Dorf der Hauptkanaleingeschränkt: nur Fachverzeichnisse der eigenen Nische

Die Matrix liest sich von links nach rechts: Suche die Spalte, die zu deinem Betrieb passt, und arbeite die Zeilen mit „Kernkanal“ zuerst ab. Ein Betrieb, der zu drei Profilen gleichzeitig passt, nimmt die Spalte, die den größten Umsatzanteil beschreibt.

Kein Betrieb sollte alle sechs Gruppen gleichzeitig bespielen. Jeder Kanal braucht Pflege, und ein halb gepflegtes Google-Profil neben einer halb gepflegten Portalpräsenz bringt weniger als ein Kanal, der richtig läuft. Zwei Kernkanäle plus ein Einstiegskanal sind für die meisten Betriebe die obere Grenze des Machbaren.

Beispiel: der Kanalmix eines SHK-Betriebs mit vier Mitarbeitern

Das folgende Szenario ist ein Rechenbeispiel zur Veranschaulichung und beschreibt keinen konkreten Kunden. Ein Sanitär- und Heizungsbetrieb mit vier Mitarbeitern hat rund 6.400 verkaufbare Monteurstunden im Jahr. Der Betrieb deckt etwa 40 Prozent davon über zwei Hausverwaltungen und einen Bauträger ab, die Wartung, Störungsbeseitigung und Bäder in Bestandsobjekten vergeben. Diese Grundlast ist planbar und braucht keine Akquise pro Auftrag.

Rund 40 Prozent kommen aus Empfehlungen und Bestandskunden: Heizungswartungen aus dem eigenen Anlagenbestand, Badsanierungen aus Weiterempfehlungen, dazu Anfragen über das Google Unternehmensprofil, weil der Betrieb in der Kartensuche für sein Einzugsgebiet auftaucht. Die restlichen 20 Prozent füllt der Betrieb bewusst flexibel: über Portale, wenn im Kalender eine Lücke entsteht, und über kommunale Kleinausschreibungen, wenn die Kapazität es hergibt. Der Betrieb kauft dabei keine Kontakte auf Vorrat, sondern nur, wenn eine konkrete Lücke da ist.

Vom Lead zum Auftrag: Reaktionszeit, Angebot, Nachfassen

Kurz beantwortet: Die meisten Aufträge gehen nach dem Erstkontakt verloren, nicht davor. Drei Dinge entscheiden: wie schnell du auf eine Anfrage reagierst, wie schnell und wie vollständig dein Angebot draußen ist und ob du nach dem Angebot noch einmal nachfasst.

Ein Kontakt aus einem Portal, aus dem Google-Profil oder aus einer Empfehlung ist noch kein Auftrag. Der Kunde fragt in der Regel mehrere Betriebe an und entscheidet sich häufig für den, der zuerst und verbindlich antwortet.

  1. Reaktionszeit. Wer tagsüber auf der Baustelle steht, kann nicht sofort ans Telefon. Das Problem ist lösbar, ohne dass jemand aus der Montage geholt wird: zwei feste Rückrufzeiten pro Tag, etwa 12 Uhr und 17 Uhr, die auf der Website und im Google-Profil stehen. Dazu eine automatische Eingangsbestätigung auf Formularanfragen mit einem Satz, wann der Rückruf kommt. Wer mehr Volumen hat, gibt die Erstannahme an einen Telefonservice oder eine Bürokraft mit einem festen Fragebogen: Gewerk, Objektadresse, Umfang, Wunschtermin, Erreichbarkeit. Verbindlichkeit über die Rückrufzeit wirkt bei Kunden ähnlich stark wie sofortige Erreichbarkeit, weil sie planen können.
  2. Das Angebot. Ein Angebot, das drei Wochen braucht, verliert gegen ein Angebot nach drei Tagen, auch wenn es billiger ist. Kunden erwarten darin eine klare Leistungsbeschreibung mit Positionen, die Angabe von Material und Marke bei sichtbaren Bauteilen, die Anfahrt- und Nebenkosten sowie eine konkrete Zeitangabe: Ausführungszeitraum und geplante Dauer. Die Terminzusage ist dabei häufig das stärkere Argument. Ein Kunde mit einem defekten Bad entscheidet über den Zeitpunkt und erst danach über den Preis. Wenn du deinen Preis nicht senken willst, nenne den frühestmöglichen Ausführungstermin und halte ihn.
  3. Nachfassen. Nach vier bis fünf Arbeitstagen ein kurzer Anruf mit einem Anlass, nicht mit einer Frage nach der Entscheidung. Anlässe sind: eine Rückfrage zu einer Position, ein freigewordener Termin, ein Hinweis auf eine Alternative im Material. Ein zweiter Kontakt nach weiteren zehn Tagen ist die Obergrenze. Danach akzeptierst du ein Nein und fragst genau eine Sache: woran es lag. Diese Antwort ist die günstigste Information über deinen Markt, die du bekommen kannst, und sie zeigt nach zwanzig Angeboten, ob du am Preis, an der Reaktionszeit oder am Termin verlierst.

Ein Hinweis zur Ehrlichkeit: Zu Reaktionszeiten im Handwerk kursieren viele Prozentzahlen ohne belastbare Quelle. Wir nennen hier bewusst keine, weil uns für den deutschen Handwerksmarkt keine belegte Erhebung vorliegt. Die Empfehlung stützt sich auf die Beobachtung aus der Arbeit mit Handwerksbetrieben.

Raus aus der Portalabhängigkeit: in 5 Schritten zur eigenen Leadquelle

Kurz beantwortet: Der Weg aus der Portalabhängigkeit führt über fünf Schritte: Herkunft der Aufträge erfassen, Bestandskunden und Bewertungen aufbauen, Google-Profil und Website ausrichten, zwei bis drei feste Partnerschaften aufbauen und Portale erst danach auf die Rolle des Lückenfüllers zurückführen.

Der Umbau dauert Monate und nicht Wochen. Portale von heute auf morgen abzuschalten kostet Umsatz, den kein anderer Kanal in dieser Zeit ersetzt. Die Reihenfolge ist deshalb wichtiger als das Tempo.

  1. Schritt 1: Erfassen, woher die Aufträge der letzten zwölf Monate kamen. Ziel ist eine Zahl je Kanal. Erster Handgriff: Nimm die Rechnungsliste der letzten zwölf Monate und schreib hinter jede Rechnung, woher der Kunde kam: Portal, Empfehlung, Google, Partner, Bestandskunde, sonstiges. Eine Stunde Arbeit, und du weißt zum ersten Mal, welcher Kanal deinen Umsatz trägt.
  2. Schritt 2: Bestandskundenliste und Bewertungen aufbauen. Ziel ist ein Bestand, auf den du zugreifen kannst. Erster Handgriff: Exportiere alle Kunden der letzten fünf Jahre aus dem Rechnungsprogramm in eine Tabelle mit Name, Objekt, ausgeführte Leistung, Jahr und Kontaktweg. Parallel legst du fest, wer ab morgen bei jeder Abnahme um eine Bewertung bittet.
  3. Schritt 3: Google Unternehmensprofil und Website auf Gewerke und Einzugsgebiet ausrichten. Ziel sind Anfragen, die direkt bei dir landen. Erster Handgriff: Trage im Google-Profil jede Leistung einzeln ein und definiere das Einsatzgebiet über die Orte, in die du tatsächlich fährst. Danach eine eigene Seite je Hauptgewerk auf der Website.
  4. Schritt 4: Zwei bis drei feste Partnerschaften aufbauen, die Grundauslastung tragen. Ziel ist planbare Auslastung ohne Akquise pro Auftrag. Erster Handgriff: Schreib zehn Hausverwaltungen, Bauträger oder Sanierungsdienstleister im Umkreis von 30 Kilometern an, mit Gewerk, Einzugsgebiet, freier Kapazität und Reaktionszeit im Störungsfall. Aus zehn Ansprachen entsteht erfahrungsgemäß ein bis zwei ernsthafte Gespräche. Wie so ein Aufbau in einem einzelnen Gewerk aussieht, zeigen wir am Beispiel Heizungsbau: wer Heizungsbauern beim Aufbau eines eigenen Anfragen-Kanals hilft.
  5. Schritt 5: Portale bewusst auf die Rolle reduzieren, Lücken im Kalender zu füllen. Ziel sind Portalkosten, die mit der Auslastung schwanken. Erster Handgriff: Lege eine Grenze fest, ab welcher freien Kapazität du überhaupt Kontakte kaufst, etwa ab zwei freien Monteurtagen in den nächsten drei Wochen. Kündige Abos mit verfallendem Guthaben, sobald die anderen Kanäle die Grundlast tragen.

Fünf Fehler bei der Auftragsbeschaffung im Handwerk

  1. Nur einen Kanal bespielen. Viele Betriebe hängen an einem einzigen Portal und merken erst bei einer Preiserhöhung oder einer Algorithmusänderung, wie abhängig sie sind. Die Korrektur: einen zweiten Kanal aufbauen, solange der erste noch läuft, und die Grundlast auf Empfehlungen oder Partnerschaften verlagern.
  2. Zu spät auf Anfragen reagieren. Eine Anfrage, die zwei Tage im Postfach liegt, ist meist schon vergeben. Die Korrektur: zwei feste Rückrufzeiten pro Tag, eine automatische Eingangsbestätigung mit Rückrufzeitpunkt und eine klare Zuständigkeit, wer die Erstannahme macht.
  3. Im Preis mitgehen. Wer auf jeden Vergleichspreis reagiert, verkauft am Ende Stunden unter den eigenen Kosten. Die Korrektur: über den Ausführungstermin, die Nachweise und die Erreichbarkeit argumentieren und den eigenen Stundensatz aus den tatsächlichen Gemeinkosten rechnen.
  4. Bewertungen und Bestandskunden ungenutzt lassen. Der teuerste Kunde ist der, den du schon hattest und nie wieder angesprochen hast. Die Korrektur: eine Bestandskundenliste anlegen, zwei Kontaktanlässe pro Jahr festlegen und bei jeder Abnahme um eine Bewertung bitten.
  5. Nicht messen, welcher Kanal welche Aufträge bringt. Ohne Herkunftsangabe je Rechnung entscheidest du über dein Marketingbudget aus dem Bauch. Die Korrektur: ein Feld im Rechnungsprogramm für die Auftragsherkunft und einmal im Quartal eine Auswertung nach Umsatz und Deckungsbeitrag je Kanal.

Fazit

Den einen Kanal, der einen Handwerksbetrieb dauerhaft auslastet, gibt es nicht. Der Mix richtet sich nach Betriebsgröße, Gewerk und Einzugsgebiet, und die Entscheidungsmatrix weiter oben zeigt, welche zwei bis drei Kanäle für dein Profil zuerst dran sind. Portale sind ein legitimer Einstieg und ein schlechtes einziges Standbein, weil der Betrieb dabei dauerhaft für Zugang zu fremder Nachfrage zahlt. Der größte Hebel liegt in der Regel nicht in einem zusätzlichen Kanal, sondern in dem, was nach dem Erstkontakt passiert: Reaktionszeit, Angebotstempo und ein zweiter Anruf.

Wenn du Auftragsquellen aufbauen willst, die deinem Betrieb selbst gehören, sprich mit uns: unsere Handwerker-Marketing-Experten ordnen mit dir ein, welcher Kanal in deinem Einzugsgebiet zuerst trägt.

Häufig gestellte Fragen

Wo findet man Aufträge für Handwerker?

Aufträge für Handwerker findest du in sechs Kanalgruppen: über Portale und Vermittlungsplattformen wie MyHammer, CHECK24 Profis oder Kleinanzeigen, über private, gewerbliche und öffentliche Ausschreibungen, über Subunternehmer-Aufträge und feste Partnerschaften mit Hausverwaltungen, Bauträgern oder Versicherern, über Empfehlungen und Bestandskunden, über lokale Sichtbarkeit mit Google Unternehmensprofil und eigener Website sowie über kostenlose Verzeichnisse und lokale Netzwerke. Welche Portale sich für welchen Betriebstyp eignen, zeigt die Vergleichstabelle mit acht Anbietern weiter oben in diesem Artikel.

Wie bekomme ich Aufträge im Handwerk?

Aufträge im Handwerk entstehen aus drei Teilen, die zusammen greifen müssen: Sichtbarkeit, schnelle Reaktion und konsequentes Nachfassen. Sichtbarkeit heißt ein vollständiges Google Unternehmensprofil, eine Website mit einer Seite je Gewerk und Präsenz in den Kanälen, in denen dein Kundentyp sucht. Schnelle Reaktion heißt feste Rückrufzeiten und eine Eingangsbestätigung mit Zeitangabe. Nachfassen heißt ein Anruf vier bis fünf Arbeitstage nach dem Angebot mit einem konkreten Anlass. Der Abschnitt „Vom Lead zum Auftrag“ in diesem Artikel beschreibt die drei Schritte im Detail.

Was kostet ein guter Handwerker pro Stunde?

Die Stundensätze liegen je nach Gewerk grob zwischen 30 und 60 Euro. MyHammer nennt für seine Plattform folgende Spannen: Maler 30 bis 40 Euro, Schreiner 30 bis 45 Euro, Maurer 35 bis 50 Euro, Elektriker 40 bis 55 Euro, Gas- und Wasserinstallateure sowie Heizungsbauer 40 bis 60 Euro und Dachdecker 45 bis 60 Euro pro Stunde (Quelle: MyHammer Preisradar, Stand 24.08.2026). Die tatsächliche Höhe hängt stark von Region, Auftragsgröße und Anfahrt ab. Vom Stundenverrechnungssatz entfallen laut derselben Quelle im Schnitt nur zwei bis drei Prozent auf Gewinn und Unternehmerlohn, der Rest deckt Löhne, Sozialaufwendungen und betriebliche Gemeinkosten.

Wo kann ich kostenlos Aufträge finden?

Kostenlos Aufträge finden lassen sich über das Google Unternehmensprofil, die Vergabeplattformen eVergabe.de und das Deutsche Vergabeportal, den Bekanntmachungsservice service.bund.de, die kostenlose Basisnutzung von Auftragsbank.de, eine kostenlose Dienstleistungsanzeige pro Monat bei Kleinanzeigen, kostenfreie Branchenverzeichnisse, lokale Nachbarschafts- und Facebook-Gruppen sowie den direkten Kontakt zu Hausverwaltungen im Ort. Diese Kanäle kosten kein Budget und dafür Zeit, in Summe leicht zwei bis drei Stunden pro Woche. Der Abschnitt „Kostenlos Aufträge für Handwerker finden“ listet alle acht Kanäle mit Aufwand und Einschränkungen auf.

Lohnen sich Handwerkerportale wie MyHammer oder Check24?

Portale lohnen sich für Betriebe, die kurzfristig Kalenderlücken füllen wollen, ihren Deckungsbeitrag pro Auftrag kennen und schnell auf Anfragen reagieren können. Sie lohnen sich schlechter für Betriebe, die damit ihre Grundauslastung decken wollen, denn bezahlt wird der Kontakt und nicht der Auftrag: Bei MyHammer entsteht die Kontaktgebühr laut AGB auch dann, wenn der Betrieb den Zuschlag nicht bekommt. Dazu kommt, dass die Kundenbeziehung beim Portal bleibt. Als Einstieg für Neugründer ohne Referenzen sind Portale sinnvoll, als einziges Standbein sind sie riskant. Die Vergleichstabelle in diesem Artikel ordnet acht Anbieter nach Kostenmodell, Lead-Qualität und Fallstricken ein.

Du möchtest das bei dir umsetzen?

Buche dir eine kostenlose Strategie-Session — wir schauen gemeinsam auf dein Marketing-Setup und finden die ein, zwei Hebel mit dem größten Impact.

Strategie-Session buchen